Enkaustik
war eine in der Antike weit verbreitete Maltechnik. Sie wird bereits bei Plato erwähnt. Wie Plinius der Ältere berichtet, ist die Methode langwierig und erfordert viel Zeit, Geduld und Materialkenntnis. Als besondere Vorzüge der Enkaustik preist Plinius die große Haltbarkeit, den tiefen Glanz und die satten Farbtöne.
Auch Plutarch hebt den vollen Glanz und die Farbenpracht enkaustischer Götterbilder hervor.
Bei der Anwendung wird verflüssigtes Bienenwachs mit Pigmenten verschmolzen und auf die verschiedensten Malgründe aufgetragen. Bei Schiffen und Streitwagen im alten Rom diente der Schmuck gleichzeitig als Konservierung gegen Wind und Wasser. Auf trockenem Putz oder Stein entstanden Wandbilder, ebenso wurde auf Holz, Elfenbein und Marmor gemalt. Ägyptische Mumienporträts aus den ersten drei Jahrhunderten n.Chr. sind noch heute farbenprächtig erhalten.
Zeugnisse aus der Antike berichten vom berühmten "Punischen Wachs", das den Farben eine besondere Haltbarkeit verlieh. Seine Zusammensetzung ist heute ebenso unbekannt wie viele andere Geheimnisse der Enkaustik.
Über die Ursachen, warum diese Technik in der Neuzeit fast keine Rolle mehr spielt, können nur Vermutungen angestellt werden. Der naheliegendste Grund dürfte neben der verschwundenen Tradition die nicht ganz einfache Behandlung des Materials sein, die den Künstler vor vielerlei Probleme stellt.
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